Aktuelles

Neuregelung der Deutschen Bahn bezüglich des Mobilitätsservice zum 1.2.19

 

„Eine Zugfahrt, die ist lustig. Eine Zugfahrt, die ist schön“, sagt der Volksmund. Ab 1. Februar 2019 gilt das leider nicht mehr für Reisende mit einer gesundheitlichen Einschränkung.
Bislang gab es für Menschen mit Behinderung den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn, durch den die Betroffenen bei Voranmeldung beim Ein-, Aus- oder Umsteigen durch eine*n Mitarbeiter*in der Deutschen Bahn kostenlos unterstützt wurden. Ich selbst nutze diesen Service als Rollstuhlfahrerin des Öfteren.
Dieser Service wurde bis 31.01.19 von der Deutschen Bahn zentral organisiert, auch für andere Zugbetriebe. Sämtliche anderen Privatbahnen, wie die Nordbahn oder Start (ehemals Metronom), müssen sich darum ab 01.02.19 selbständig kümmern und einen entsprechenden Service bereitstellen. Übrigens: Diese Änderung wurde mal eben über Nacht beschlossen…
Das heißt für die Fahrgäste, die auf diesen Service angewiesen sind: Mehrere Ansprechpartner für ein Anliegen und viel mehr Planung vorab – ganz einfach unnötig viel Mehraufwand. Vor allem für Menschen, die kognitiv beeinträchtigt sind oder nicht orientiert sind, stellt diese Neuregelung mit Sicherheit große Probleme dar. Barrieren auf der organisatorischen Ebene. Sollte der DB-Mobilitätsservice Barrieren nicht ursprünglich ab- anstatt aufbauen?
Ich ermutige hiermit alle Betroffenen und Angehörigen, die diesen Service nutzen, diese absolut kundenunfreundliche Neuregelung ganz offen bei der Deutschen Bahn anzuprangern. Sehr gerne bieten wir von der EUTB Tabea e.V. Ihnen dabei Unterstützung an.
Es kann im Jahr 2019 doch einfach nicht angehen, dass durch sinnlose Bürokratie Barrieren geschaffen werden. Diese Veränderung wird mit Sicherheit die alltägliche Selbständigkeit vieler Reisender massiv einschränken.
Mehr zu der Neuregelung finden Sie hier: https://www.bahn.de/p/view/service/barrierefrei/mobilitaetsservice-teilnehmer.shtml

In diesem Sinne: Gute Reise!

Kerstin Ankenbrand M.A.
Teilhabeberaterin bei der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung für den Landkreis Stade Tabea e.V.

 

Tabea e.V. feiert das einjährige Vereinsbestehen am 23.11.18 im Pastor-Behrens-Haus

 

v.l.n.r. Therese Wunram Falk und Kerstin Ankenbrand

Am Freitag, den 23.11.18, kamen rund 80 interessierte Menschen im Pastor-Behrens-Haus zusammen, um den ersten Geburtstag des Vereins Tabea e.V. zu feiern.
Haben Sie sich auch schon mal die Frage gestellt, was es eigentlich mit dem Namen „Tabea“ auf sich hat? Steht das „T“ vielleicht für „Teilhabe“, das „B“ möglicher Weise für „Beratung“ und das „E“ für „ergänzend“? Aber was soll denn dann das „A“ in doppelter Ausführung bedeuten? Und wo ist das „U“ für „unabhängig“? Herr Dr. Krarup beantwortete stellvertretend für den Superintendenten des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Stade-Buxtehude diese Frage:
Im Jahr 2017 kamen verschiedene soziale Trägereinrichtungen zusammen, um zur Umsetzung einer Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) einen Verein zu gründen. Dieser sollte natürlich einen schönen und einprägsamen Namen bekommen. Ein Gründungsmitglied wurde in diesem Zusammenhang an eine Geschichte in der Bibel, Apostelgeschichte 10, erinnert, in der es um eine barmherzige, gutmütige Frau namens „Tabita“ oder „Tabea“ geht, die von Petrus im Sterben liegend erneut zum Leben erweckt worden war. Im Landkreis Stade wurde auf diese Weise also der Grundstein für eine besonders barmherzige und gutmütige EUTB gelegt, die Hoffnung vermitteln soll…

Die Vincents-Combo des Vincent-Lübeck-Gymnasiums Stade

Der Landrat, Herr Roesberg, äußerte – stellvertreten von der Dezernentin des Sozial- und Gesundheitsamtes im Landkreis Stade, Frau Brahmst – absolute Aufgeschlossenheit für dieses neue Angebot im Rahmen der Behindertenhilfe: Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) hat für einen „Umbruch“ in der Denkweise über und im Umgang mit Menschen mit Behinderung gesorgt.
Diesen Umbruch gestalten wir, die EUTB Tabea e.V., auch zukünftig hoffnungsvoll und lösungsorientiert – bei Bedarf sehr gerne in Kooperation mit anderen Beratungsstellen und Institutionen, unserer per Gesetz definierten Unabhängigkeit entsprechend.

Am 23.11.2018 erreichten uns auch herzliche Grüße aus Berlin, vom MdB Herrn Oliver Grundmann, unseren Schirmherrn: „Tabea e.V. ist einzigartig, kompetent, neutral und objektiv.“ Frau Masthoff, die stellvertretend für Herrn Grundmann ein paar Worte an den Verein richtete, betonte: Beteiligung und Teilhabe ist ein zentrales Menschenrecht für jede*n einzelne*n. Dieses Recht kann, soll und muss eingefordert werden!

Damit dieses Recht für die Menschen mit Einschränkungen auch tatsächlich umgesetzt wird, äußerte ein Vereinsmitglied den Wunsch nach deutlichen Tönen von der Bundesregierung in Berlin: Das BTHG ist „gut gemeint“, aber es muss auch „gut gemacht“ werden…

Wir blicken zurück auf einen sehr schönen Freitagnachmittag mit tollen und prägenden Gesprächen und sagen „Danke“ an all diejenigen, die mit ihrer Anwesenheit diesen Tag zu diesem schönen Erlebnis gemacht haben. Besonderer Dank gilt der Vincents-Combo des Vincent-Lübeck-Gymnasiums für die geniale musikalische Begleitung – Ihr wart klasse!


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